Freitag, 25. März 2016

Hallo Mensch!

Einen hübschen Planeten hast Du hier. 
Stelle Dir vor er wäre nur so groß wie Dein Globus. Der Globus hat einen Durchmesser von 30 cm. Du bist als 1 Meter 80 Person in diesem Maßstab unfassbar klein, nur 0,0000000423 m. Trotzdem hast Du etwas Außgewöhnliches vollbracht. Du hast ein „Fahrzeug“ entwickelt, das eine 5,5 cm große Kugel, (kleiner als der Jupitermond Ganymed) in mindestens 142 Kilometer Entfernung zielsicher erreichen konnte, den Kleinplaneten Pluto. Eine kleine Billardkugel, die niemals stillhält denn sie fliegt, wie man weiß, auch um die Sonne. (In diesem Maßstab eine Kugel mit einem Durchmesser von 32 Meter) 
Du hast es trotzdem geschafft, dass Deine winzige Sonde genau im richtigen Moment Fotos vom Pluto und seinen Monden schießen konnte. Es war Dir also möglich die Sonde im richtigen Moment in die richtige Richtung zu drehen und sie zu befähigen, Dir die Bilder anschließend zur Erde zu senden. Wahnsinn! Du lebst längst im Science Fiction Zeitalter und man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus.
Aber gleichzeitig sprengst Du Wahnsinniger Dich plötzlich in einer Menschenmenge in die Luft und glaubst an den durchgeknalltesten Schwachsinn. Irgendwas ist mit Dir nicht in Ordnung. Geh’ mal zum Arzt.

Samstag, 13. Februar 2016

Deutschunterricht

Überraschenderweise eine überaus lustige Angelegenheit. Das ist der Weg. Man lernt sich kennen, redet miteinander, arbeitet miteinander, freut sich über die Fortschritte und auf ein Wiedersehen. Diesmal waren einige der Jungs schon da, als wir kamen. Das war schon ein gutes Vorzeichen. Etwas später kamen erstmalig auch einige Frauen und Kinder dazu. Ich saß dann mit zwei Männern und einer Frau aus drei unterschiedlichen Sprachgebieten zusammen. Alle drei sprechen auch kein Englisch. Man versucht es mit Händen und Füßen, das geht ganz gut. Aber ein ‚richtiges’ Gespräch ist kaum möglich. Google hilft sehr, ist aber eine einseitige Angelegenheit. Ich konnte alles übersetzen lassen (die Hoffnung, dass es kein Schwachsinn wird ist ungebrochen), aber umgekehrt wird es schwierig, wenn man keine Tastatur der Sprache besitzt. Noch zögere ich lauter Installationen vorzunehmen. Ich denke, wir helfen Ihnen in erster Linie sich zu beschäftigen und diese schreckliche Zeit erzwungener Tatenlosigkeit zu überstehen. Da kann man doch nur fröhlich ausrufen: ‚Deutschlehrer' aller Bundesländer, beteiligt Euch!

Donnerstag, 17. Dezember 2015

2015 ist ein wirklich schwieriges Jahr gewesen.

Aber ich muss nach diesem Jahr etwas loszuwerden. Ich möchte zum ersten Mal das abgegriffene Wort „Stolz“ öffentlich verwenden. Ich bin wirklich stolz auf mein Vaterland Deutschland und mein Mutterland Schweden. In diesen beiden Ländern ist in der schwierigen Zeit der großen Flüchtlingsbewegung so reagiert worden, wie ich es mir gewünscht hätte. In einigen anderen Ländern ebenfalls, Österreich, Griechenland, Italien. Natürlich gibt es auch die Verbrecher, die Brandsätze werfen und grausame Dummheiten rufen. Natürlich gibt es auch die europäischen Länder, die wohl noch immer in dem alten, traditionellen Nationalismus verharren und den europäischen Gedanken nur ernst nehmen, wenn er nützlich für sie ist. Aber das adelt geradezu den Eindruck, den unser Land in dieser Krise der islamischen Welt abgegeben hat.
Ich habe noch nie die CDU gewählt, aber die Kanzlerin Angela Merkel hat all’ meinen Respekt. Ihr Verhalten hat kein Chaos ausgelöst, sondern eines verhindert. Mein Fazit: In Zeiten höchster Problematik sind unsere menschlichen Maßstäbe nicht so weit auseinander, wie die Auseinandersetzungen über tagespolitische Angelegenheiten manchmal suggerieren. Wer sich die Mühe macht, sich auszumalen, was passiert wäre, wenn die EU-Außengrenze funktioniert hätte, wie es sich viele Politiker Europas wünschen, kommt in seinen Überlegungen schnell zu Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl.
Ich nehme auch alle Bedenken durchaus ernst. Das wird nicht so leicht werden. Man kann sich sicherlich auch vorstellen, dass mir als lebenslangen Atheisten Progressiveres  einfallen könnte, als eine Million gläubige Muslime im eigenen Land. Das ist auch für mich ein harter Brocken. Mein Leben lang habe ich mir eine Welt ohne Kriege und Grenzen, aber auch ohne Religionen vorgestellt und gewünscht. Wie hieß es in John Lennons Imagine:
"Stell dir vor, es gäbe keine Länder, Das ist nicht so schwer. Nichts, wofür es sich zu töten oder sterben lohnte. Und auch keine Religion."

Doch solche langfristigen Wunschträume sind nebensächlich, wenn es um die unmittelbare Hilfe für Menschen in Not geht. Gerade aus den Religionen haben wir den Begriff der Nächstenliebe. Und wenn er irgendeinen Sinn haben sollte, dann ist der in diesem Moment gefragt. Nicht nur von den Christen, auch von uns Atheisten. 

Mittwoch, 4. November 2015

Na ist das nicht fabelhaft!

Im Augenblick haben wir es mit sehr vielen vernünftigen Leuten zu tun. Was ist vernünftiger, als vor Krieg und Armut davonzulaufen!
Also erst einmal: Gut gemacht! Und damit versetze ich mich natürlich in die Situation der Flüchtlinge und versuche, es von ihrer warte aus zu sehen.
Was bedeutet es aber für uns?

Ich bin nicht gleich drauf gekommen, aber inzwischen bin ich felsenfest davon überzeugt, dass es sich ganz fabelhaft für uns ‚normale’ Deutsche auswirken wird.
Aus folgendem Grund:
In den letzten Jahren wurde viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in geradezu krimineller Weise zur Beute für Geschäftemacher.
Der soziale Wohnungsbau ist seit Jahren faktisch abgeschafft worden. Bezahlbarer Wohnraum hat Seltenheitswert bekommen. Dafür gibt es Luxussanierung mit anschließenden drastischen Mieterhöhungen und überall Neubauten mit teuren Eigentumswohnungen.
Für die Sanierung unserer maroden Schulen fehlt das Geld, es gibt nicht einmal welches für anständige Klos. Stellen für Lehrer und Erzieher wurden systematisch reduziert, das Kita-Programm nur halbherzig umgesetzt.
Feste Arbeitsplätze wurden häufig durch Zeitverträge oder Minijobs ersetzt. Der Mindestlohn reicht kaum für die monatlichen Unkosten, denn unzählige Bereiche des Lebens wurden privatisiert und natürlich führte das zu höheren Gebühren, Abgaben und Preisen. Und das war ja wohl auch der Sinn der Sache. Jeder weiß das alles, ich will wirklich nicht langweilen und sage nur, und so weiter und so fort.

Kurzum: Jetzt kommen vielleicht eine Million Menschen, oder auch zwei. Die Politik muss reagieren! Es bleibt ihr gar nichts anderes übrig. Dieses ‚Problem’ kann man nicht aussitzen, nicht in Deutschland. Slums in den Vorstädten erträgt unsere deutsche Seele nicht. Man wird Häuser bauen müssen. Die Kitas werden auch nicht ausreichen, ebenso wenig die Erzieher, Lehrer und Dozenten. Ihre Zahl muss erhöht werden. Wir brauchen auch dringend mehr Polizei. Im Augenblick in erster Linie um die Flüchtlinge vor Verbrechern der Straße zu schützen. Der Nahverkehr muss ausgebaut und intensiviert werden. Und selbst für die reiche Kaste fällt eine Menge ab, mehr Kunden, mehr Warenumsatz, vorausgesetzt natürlich die Leute bekommen auch Geld in die Taschen, sonst wird ihnen das Geschäft wohl entgehen.
Außerdem wäre es sehr vernünftig in dieser wunderbaren Zeit des Umbruchs mehr Bürgernähe zu installieren und bei der Gelegenheit endlich die unsägliche Bürokratie abzubauen, was uns übrigens seit Jahren versprochen wird.
Denken Sie das alles doch einmal in Ruhe zu Ende. Deutschland hat den ganz und gar unverdienten Ruf ein Paradies auf Erden zu sein, warum auch immer.
Hallo Freunde, hier ist unsere Chance eins draus zu machen!

Mittwoch, 10. September 2014

Alexander Dubček - erinnert sich jemand?

Ich schaute mir wieder einmal Kunderas Buch im Film an, "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins". Ein schöner Film mit der wunderbaren Lena Olin. Einer für Eingeweihte. Leider habe ich das Buch nie gelesen.
Ich, der ich bis 1980 in der DDR gelebt habe, glaube daran, dass es mit Dubček eine kleine Chance gab, aus einem verkommenden Polizeistaatssystem etwas wirklich Neues zu formen. Und ich glaube, dass diese vielleicht letzte Chance, mit dem Einmarsch der Russen und ihrer Vasallen vertan wurde. Die Konterrevolution, vor der sich Breschnew, Honecker und Konsorten immer so sehr gefürchtet hatten, siegte 1968 durch ihre eigene Hand für immer.

Sonntag, 7. September 2014

Was höre ich in den Nachrichten?

"Europa lässt sich von Putin vorführen."
In diesem Satz schwingt der Gedanke mit, dass man es ihm mit gleicher oder auch besserer Münze heimzahlen müsste.
NEIN! Ganz falsch!
Es wird sie immer geben, die Falschspieler, die Machtpolitiker, die Militärverliebten, die Kleingeistigen. Ich wünschte mir mein Europa würde sich folgendermaßen verhalten: Wir werden uns gegen jeden verteidigen und es dabei nicht an Entschlossenheit fehlen lassen, aber wir führen sonst keine Kriege und beteiligen uns auch nicht an ihnen. Wir nehmen Eure Flüchtlinge auf und versorgen sie aber wir machen keine Geschäfte mit euch, weder krumme noch legale. Wenn ihr in die zivilisierte Welt zurückkehren wollt, dann habt ihr ein paar Mindestanforderungen zu erfüllen.
Der 1999 verstorbene konservative Publizist Johannes Gross stellte einmal am Beispiel eines französischen Soldaten, der in einem afrikanischen Konflikt gefallen war, die Frage, ob das die Bestimmung dieses Franzosen gewesen sei? Er verneinte das. Seither denke ich darüber nach und formuliere auch Gegenargumente. Ich glaube, der Mann hat recht!